Herbstfahrt der Jungpfadfinder

Als unsere Siedlung im Frühjahr von Erik in Bretten gegründet wurde, waren wir im Gegensatz zu Erik alle – totale – Grünschnäbel -, hatten von der Pfadfinderei, geschweige von einer Fahrt keinerlei Ahnung. Aber wir lernten schnell. Nachdem wir einige Lager hinter uns hatten, wollte uns Erik unbedingt testen, ob wir nicht nur auf Lager gut sind, sondern auch auf Fahrt. Denn bei einer Fahrt ist man einige Tage mit seinem Rucksack unterwegs.

So wie die Lager war auch die Fahrt für uns alles Neuland. Keiner hatte so richtig eine Vorstellung was uns erwartete, denn mit einem schweren Rucksack durch den Schwarzwald zu stiefeln, das hat noch keiner von uns gemacht. Ganz zu schweigen bei der Herbstkälte im Freien zu übernachten. Hans, der den Schwarzwald gut kennt, hatte für uns eine Route ausgearbeitet die uns nicht überfordern sollte. So trafen wir uns, zehn Jungs und zwei Mädchen, mit Erik, am Freitagabend, den 26. Okt. 2007, beim Bahnhof Bretten um ein Abenteuer ins Ungewissen zu starten. Hans fuhr nicht mit uns, da er nämlich seinen Van als Marktenderwagen umfunktioniert hat, denn da wir ja für einige Tagen die Zivilisationen verlassen wollten, brauchten wir Lebensmittel, Zelten, Holz, Wasser und einen Kocher mit Gasflasche, was wir natürlich in unseren Rücksäcken nicht mitschleppen konnten.

Nachdem wir die Stadtbahn gestürmt hatten fuhren wir mit dieser bis Bad Herrenalb und mit dem Bus hinauf zum Dobel, welcher 700 Meter hoch liegt. Wir kamen dort bei einer stockdunkle Nacht an und es war schon etwas kalt. Hans erwartete uns bereits, verteilte die Fackeln und dann ging es durch den finsteren Tannenwald hinunter zur Eyachmühle, wo wir mit Hans einen Treffpunkt ausmachten. Um uns Mut zu machen sangen wir sogleich das Lied: Wir sind des Geyers schwarzer Haufen, wobei wir den Refain: Spieß voran drauf und dran besonders laut hinausbrüllten denn mumlig war es uns schon ein bisschen. Nachdem wir die Eyachmühle ereicht hatten und die letzte Fackel verbrannt war, mussten wir an der Eyach entlang noch einige Kilometer zum ehemaligen Lehmannshof latschen, wo wir in einer Höhle übernachten wollten. Aber auch das schafften wir und kurz vor Mitternacht ließen wir uns in der Höhle häuslich nieder, wobei wir uns mit einem Bohneneintopf noch stärkten. Hans erzählte dann noch eine trauige Geschichte die mit der Höhle zusammenhing, wobei wir in den Pausen noch einige Fahrtenlieder sangen, bis wir dann doch todmüde so nach und nach einschliefen. Am nächsten Morgen, nach einer Katzenwäsche an der Eyach, jedoch nach einem herzhaften Frühstück stiegen wir hinauf zum moorigen Wildsee, überwanden lässig in fünf Stunden ca. 400 Höhemeter auf einer Entfernung von 8 Kilometer, na ja, wir waren halt noch nicht so richtig in Übung und steuerten oben angekommen zielgeanu den Kaiser Wilhlem Turm (Aussichtsturm) an und hatten am Schluss so insgesamt 16 Kilomter zurückgelegt, worauf wir ganz stolz waren. In der Schutzhütte beim Turm, haben wir noch weit bis in die Nacht hinein getagt, wobei uns Erik das berühmte Mafiaspiel beibrachte, wobei wir uns reihrum gegenseitg sterben lassen konnten, bis es dann doch ans Schlafen ging. Bereits vorher hatten wir zwei Kohten aufgebaut, worin sich die meisten zurückzogen, einige ganz Unentwegten bestiegen mit Erik den Turm und haben dort oben auf der Aussichtplattform die Nacht verbracht.

Bloß, wenn man morgens nicht aufgepasst hat und zufällig unter dem Turm stand, ist man von oben geduscht worden. Nachdem wir wieder alles zusammengeräumt hatten und immer mehr in Hans Auto verstaut hatten, so dass er kaum Platz auf dem Fahrersitz nehmen und Tom zwischenzeitlich mit seinen Eltern eingetroffen war, weil seine Eltern ihm nicht erlaubt hatten draußen zu Zelten, konnte der Abstieg ins Murgtal beginnen, von wo aus wir mit der Stadtbahn Richtung Karlsurhe fuhren . Dort im Ortsteil Wolfartsweier, mitten im Wald, hatten wir eine Hütte vom Pfadfinderstamm Kondor für die nächsten zwei Tage gemietet. Als wir Abends dort ankamen haben wir uns erst mal richtig am Kamin aufgewärmt. Und dann gab es Tschai, natürlich wieder das Mafiaspiel, viel Singen, bis weit nach Mitternacht, Hüttles bauen, Suchspiel auf der nächtlichen Wiese und natürlich der Badbesuch im Karlsruher Tullabad, wo wir beinah wieder rausgeflogen wären, da wir die Rentner in ihrem Transchwimmen gestört haben. Doch am nächsten Tag ging es auch schon wieder nach Hause: wir nahmen die Bahn nach Bretten und gingen danach noch ins Bernhadushaus um die Sachen der Fahrt wieder zu Verstauen und den übrig gebliebenen Feuertopf zu essen. Dann kamen aber die Eltern und wir gingen glücklich und ausgepowert wieder nach Hause. [Tom & Hans]

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