Herbstlager der Pfadfinderstufe (30.10. – 02.11.)

herbstfahrt

Am Sonntag, den 30.10. starteten 18 Pfadis um 09:30 Uhr von Bretten aus per Bahn mit der S 4 über Karlsruhe nach Baden Baden. Von dort fuhren wir mit der Buslinie 245 weiter durch Baden Baden auf die Schwarzwaldhochstraße hinauf. Beim durchqueren von Baden Baden konnte man das Mondäne und den Carme der Stadt schon erkennen. Teils mit Pelz bekleidete Damen in Begleitung schicker Herren bevölkerten die Straßen und saßen noch im Freien vor den Lokalen und Cafes unter den wärmenden Strahlen der Gasheizungspilze oder in warme Decken gehüllt. Die Sonne brach langsam durch den Nebel und 10 ° C sind ja nicht gerade mal warm! In der Stadt sah man echt noble Karossen stehen oder fahren sehen, da war dann auch gleich Automarken raten angesagt und Träume wurden wahr. Nach fast 1 Std. Busfahrt waren wir dann in Untersmatt auf über 900 m Meereshöhe angekommen. Die Sonne entfaltete hier Oben ihre volle Kraft und hatte die Luft auf ca. 15° C Erwärmt. Unter uns nach Westen das Rheintal im Dunst und Nebel, die Schwarzwald Täler im Osten in der klaren Herbstluft und über uns ein strahlend Blauer Himmel. Hans war bereits mit seinem Auto vorausgefahren und hatte die Verpflegung und die Schlafsäcke mit an Bord. So konnten wir diesmal bequem nur mit Rucksack anreisen! Also beste Voraussetzungen für unsere Herbstfahrt!

herbstfahrt2Nach einer Wanderung von ca. 40 min. bergauf vorbei am Ochsenstall – (bekanntes Ski und Wanderlokal) und wieder in den Biberkessel hinab waren wir an der Saasbacher Hütte angekommen. Die Hütte liegt mitten im Wald am Rande einer großen verzauberten Lichtung unterhalb der Horningsgrinde. Dort trafen wir noch auf unsre „Wölflinge“, von denen wir dann nach ihrem Abmarsch die Hütte übernahmen. Die Hütte besteht aus einer großen Wohnküche mit Holzbefeuertem Beistellherd, Küchenzeile, gemütlicher Eckbank für 10 Personen, einem kleinen Leiterzimmer, war wohl die Speisekammer, ein Brennholzlager und auf der anderen Seite einem großen Raum mit Kanonenofen in der Mitte und bequem Platz für 40 Personen. Darüber im ausgebauten Speicher zwei große Matratzenlager mit jeweils an die 20 Plätzen, also sozusagen eine richtige Liegewiese! Das ganze war ohne elektrischen Strom, dafür aber mit kleinen romantisch fauchenden Gaslampen und einem Durchlauferhitzer der uns warmes Wasser bescherte. Bad und Dusche waren für Hüttenverhältnisse Pico Bello! Der Rest des Tages stand für Erkundungen der Umgebung und des Hüttenlebens bereit. Nach dem Abendessen welches aus Kartoffelsalat, Bratwürsten und Steaks bestand rüsteten wir uns mit Fackeln und warmer Bekleidung aus. Dann ging es durch den Dunklen Wald mit Stirn und Taschenlampen zurück zum Ochsenstall und dann steil hinauf zur Horningsgrinde! Der Weg war schon fast Alpin, wir wanderten ja schließlich dem Höchsten Punkt des Nordschwarzwaldes auf 1164 m Höhe entgegen.

Über uns ein prachtvoller Sternenhimmel und das Rauschen von 3 Windrädern die wir nur aufgrund der kleinen roten Lämpchen an den Spitzen lokalisieren konnten. Vorbei ging es schließlich dann noch am Funkturm hinauf zum Hochmoor wo der Horningsgrinde Turm aus Buntsandstein gemauert steht. Der Blick ins Rheintal hinunter ähnelte dem Blick aus einem Flugzeug bei Nacht wenn man eine Stadt überfliegt! In dieser tollen Atmosphäre konnten wir ein Neues Mitglied in die Pfadfinderfamilie aufnehmen. Nun wanderten wir weiter über den Mummelsee und schließlich zurück über den Ochsenstall zu unserer Hütte, wo der Geburtstag von Harlekin gefeiert wurde. Hierfür war extra ein Chai Tee angesetzt worden, genau das richtige nach dem langen Nachtmarsch von über 15 km! Am nächsten Morgen war dann erst einmal Ausschlafen angesagt. Nach ausgiebigem Pfadfinderfrühstück mit Nutella, Marmeldade, Wurst und Käse war der Tag zur freien Verfügung. Eine Gruppe besonders Aktiver machte sich auf den erneuten Anstieg zur Horningsgrinde und vorbei am Dreifürstenstein und Seibelseckle wieder zurück. Eine weitere Gruppe wurde wohl durch das Rauschen des Baches direkt neben dem Schlafgemach in ihrer Nachtruhe gestört, so dass dieser kurzerhand mittels Moos und Flechten sowie Gehölz zu einem Ruhenden Gewässer angestaut wurde! Der Tag wurde mit mit allerlei Zeitvertreib zu Ende gebracht. In der Küche wurde derweilen der Herd mit Fichte- und Tannenholz angefeuert und ein Topf mit 15 Ltr. Gemüsebrühe aufgesetzt. Im Topf schwammen dann knapp 150 Maultaschen der Fa. Bürger, welch mittlerweile zu den Hauptsponsoren der Brettener Pfadfinder gehören.

herbstfahrt3Verfeinert wurde die Brühe noch mit Zwiebeln und Karotten. Nach dem Essen und der anschließenden Reinigungsaktion in der Küche war eine gemütliche Singrunde angesagt. Diesmal nicht am Lagerfeuer sondern in der Hütte. Danach wurde noch im Lager unterm Dach herumgetobt, allerlei Geschichten und auch richtig wichtige Gespräche machten auf den Matratzen die Runde bis alle vom Schlaf benommen und Träumend die Nacht genossen! Am kommenden Morgen war es wieder bestes Wetter und die Sonnenstrahlen fielen über die Lichtung auf die Hütte ein. Nach dem Frühstück wurde eine Wanderung durch die Täler zum Mehliskopf unternommen! Im Winter ist dort Flutlicht Skifahren auf der längsten Abfahrt im Nordschwarzwald angesagt, jetzt konnten wir uns noch mit der Sommerrodelbahn vergnügen. Auch ein Hochseilgarten und Downhill Carts stehen zum Vergnügen bereit. Am Frühen Mittag wurde ausgelassen und vergnügt der Rückmarsch angetreten, wobei ein Teil noch mal die Schwarzwaldhöhen erklomm und über den Muhrkopf nach Untersmatt zurück wanderte. Auch an diesem Tag wurden wieder über 15 km bei einem traumhaften Wanderwetter zurücklgelegt. Wieder in unserer Hütte angekommen musste natürlich das Abendessen für die hungrigen Wanderer zubereitet werden. Hierfür hatten wir schon am Vortag 10 kg Kartoffeln abgekocht, die wir nun mit reichlich Butter und Zwiebeln zu Bratkartoffeln zubereiteten, das ganze noch verfeinert mit feinstem Mais aus der Dose und gerösteten Salamiwürfeln. Dabei war auch noch ein wissenschaftlicher Lernefekt, der uns zeigte, dass wenn man eine 1 Kg Stange Salami in Würfeln geschnitten in der Pfanne ausbruzzelt etwa eine Kaffee Tasse voll Fett in der Pfanne zurück bleibt- Prima lecker! Der Abend klang wieder mit einer Singrunde aus. Am nächsten Morgen war nochmals ausschlafen angesagt, denn frische Schwarzwald Höhenluft und ausgiebiges wandern kann ganz schön Müde machen! Nach dem Frühstück und der Generalreinigung der ganzen Hütte machten wir uns auf den Rückmarsch nach Untersmatt. Dort konnten wir noch mal die Höhensonne geniesen bevor es mit dem Bus zurück nach Baden Baden ging. So und nun noch geschwind mit dem Regio nach Karlsruhe und von da mit unserer S 4 zum Hauptbahnhof nach Bretten zurück wo wir gegen 17:00 Uhr wieder alle Zuhause ankamen. So ein Tolles Herbstwetter gab es schon lange nicht mehr!

Die ersten Fotos zur Herbstfahrt sind mittlerweile online … weitere folgen 😉

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